So hat alles angefangen

Eines Tages vor vielen Jahren saßen meine Frau und ich draußen vor dem Haus und genossen die warmen Sonnenstrahlen. Nachbarskinder kamen vorbei und fragten, ob wir nicht ein kleines Waisenkätzchen bei uns aufnehmen wollten. Sie setzten das kleine Wollkneuel meiner Frau direkt auf den Schoß - und wir verliebten uns sofort in das kleine “Ding”. Wir waren uns damals jedoch sicher, unsere Zeit würde nicht ausreichen, um einem Haustier gerecht zu werden und lehnten deshalb etwas traurig ab. Das kleine Findelkind fand glücklicherweise ein paar Häuser weiter ein wunderbares Zuhause.

Da wir jedoch beide auch schon früher mit Haustieren gelebt haben, ließ uns der Wunsch nach einem vierbeinigen Mitbewohner nicht mehr wirklich los. Obwohl wir Hunde mögen, kam ein Hund nicht für uns in Frage. Von Katzen wussten wir aus eigener Erfahrung, dass diese sehr selbstständig sind und dazu einen Großteil ihres Lebens verschlafen. Darüber hinaus müssen sie im Gegensatz zu einem Hund auch nicht mehrmals täglich Gassi geführt werden.

So kam es, dass wir uns in mehreren Tierheimen nach unserem zukünftigen tierischen Mitbewohner umschauten.

Bei einem unserer Tierheimbesuche trafen wir schließlich auf Kater Carlos. Schnell war klar, ihn wollten wir haben und es sollte nicht bei einer Katze bleiben. So schauten wir uns weiter nach einer “Freundin” für Kater Carlos um. Recht schnell wurden wir in einem anderen Tierheim fündig, wo wir unser damals 3 Monate altes Katzenmädchen Ceta entdeckten. Als die beiden dann das erste Mal aufeinandertrafen, war es Katzenliebe auf den ersten Blick. Kater Carlos legte sich sogleich zu Cetas Pfoten und miaute betörend. Sie wich anfangs nicht von seiner Seite, sondern kuschelte sich wann und wo sich die Gelegenheit bot an oder auf Kater Carlos - er ließ es geduldig über sich ergehen.

Nun stellte sich uns plötzlich die Frage, wie lassen wir unsere Stubentiger aus dem Haus und wieder hinein, wenn wir uns in der 1. Etage aufhalten. Wir wollten weder den Kater noch die Kätzin im Winter zum Frieren vor der Haustüre verdonnern. Hatten aber auf der anderen Seite auch keine Lust, in stündlichem Turnus nach unten zu rennen und zu gucken, ob schon wieder jemand seinen Streifzug beendet hat und zurück ins Haus möchte. Und mit der Pfote bis zur Klingel, dafür sind die Katzenbeine dann doch etwas zu kurz geraten. Es entwickelte sich die Idee, eine Art Katzenleiter anzubringen und wir versuchten damals, im Fachhandel etwas Derartiges zu bekommen. Leider ohne Erfolg. Also sahen wir uns gezwungen, selbst kreativ zu werden.
Eine konventionelle Leiter in Miniaturform schien uns ungeeignet, da diese in unserem Fall zu platzraubend gewesen wäre. So entstand die Idee, eine platzsparende Miniwendeltreppe zu entwerfen bzw. zu bauen - die Idee zur Katzenwendeltreppe war geboren und wurde alsbald in die Tat umgesetzt.

Schmunzelnd erinnern wir uns noch heute an den Jungferngang unserer Katzen: Carlos betrat von oben die erste Stufe, gab ein paar seltsame Laute von sich, schlich auf Zuruf ein kleines Stück tiefer zur nächsten Stufe, auf der er erst einmal eine Pause einlegte. Ihm war die Sache sichtlich nicht geheuer und er war auch durch süße Lockrufe aus dem Garten nicht dazu zu bewegen, weiterzugehen. So nahmen wir Carlos wieder von der oberen Stufe herunter, gingen mit ihm in den Garten und setzten ihn von dort aus auf die Treppe, etwa auf mittlerer Höhe. So musste er sich, wollte er wieder festen Boden unter den Tatzen haben, entweder nach oben zurück ins Haus oder aber nach unten zu uns in den Garten bewegen. Dies tat er dann auch, neugierig und ganz bedächtig. Unsere Tigerin hingegen wusste sofort, was zu tun war. Sie lief vom ersten Augenblick an die Treppe rauf und runter, als hätte es immer schon Katzenwendeltreppen auf der Welt gegeben. Der damals spontane Ausspruch “Eins zu Null für die Damen” ist inzwischen jedoch Schnee von gestern, denn auch Kater Carlos wurde schnell ein begeisterter Benutzer der Pils-Katzenwendeltreppe!

Zum Schluss:
Als wir im ersten Jahr im Sommer im Garten saßen und die Katzen beim “Auf- und Abstieg” der Katzenwendeltreppe beobachteten, kamen wir zu dem Ergebnis, dass die Katzenwendeltreppe eine wirkliche Bereicherung für Katze und Katzenliebhaber ist.
Wir dachten uns, unsere Katzentreppe wäre vielleicht auch was für die Katzen anderer Leute...